Der "ich eklär euch jetzt Stay (den Film)"-Thread
#1
Posted 21.Februar.2006 - 00:54
Viele Grüsse aus Stuttgart,
Alex
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::..

#2
Posted 21.Februar.2006 - 02:48
Hab ihn verstanden. Ehrlich. Aber ich wüsste nicht, was es da zu erklären bzw. nicht zu verstehen gibt...?
Ein Film mit anspruchsvoller und äußerst genialer Optik und einer Handlung zum einfach nur ansehen und genießen. - Aber das gehört besser in meine Bewertung.
Ich versuch's einfach mal:
Henry hat Autounfall zusammen mit seiner großen Liebe und seinen Eltern. Sam und Lila helfen dem Schwerverletzten, drumrum sind viele Schaulustige.
In seinem Zustand träumt/halluziniert sich Henry einen Mix aus folgenden Dingen zusammen: Retter, Passanten, was er hört, seinem eigenen (früheren) Leben und seinen Schuldgefühlen wegen des Unfalls.
Das Interessante daran ist, dass der Film und somit wahrscheinlich auch Henry dies alles aus der Perspektive von Sam betrachtet, also sozusagen von außen.
Alle anderen "unerklärlichen" Dinge (zB warum er gerade einen Psychiater einbringt, das Klavier, der Glückskeks) ergeben sich daraus, dass der Zuschauer ja eigentlich nichts über Henrys früheres Leben weiß, aus dem sie stammen.
Alles weitere "Unerklärliche" (zB die besondere Bedeutung der Warnschilder, der Farbe Gelb, den Zahlen 2, 3 und 21, der Drillinge, des silbernen Koffers, der immer wiederkehrenden im Hintergrund versteckten Bilder und weiterer skurriler Gegenstände....) erklärt sich schlicht und einfach aus dem mehr als genialen Design das hier in jedem noch so kleinen Detail des Filmes steckt und wahrscheinlich dem Regisseur zuzuschreiben ist.
Alles andere ist vorhanden.
Fertig. Ist nichts dabei.
Begriffen? :D
Grüßlein,
Yoo
P.S.: Nein, der Film besitzt mMn (!) auch keine "Aussage", falls sich das jemand fragt. ;)
#3
Posted 21.Februar.2006 - 16:13
Am Ende erinnert sich Sam auch an das, was Henry in seinem "Traum" erlebt hat, weshalb er Lila einläd was zu trinken.
Der These mit Henrys Vergangenheit schliess ich mich an (wird zum Beispiel bei Oliv recht deutlich), aber das andere "Unerklärliche" nur mit Filmdesign zu erklären find ich persönlich etwas unbefriedigend *g*, werd mir von daher den Film wohl noch n paar mal anschauen.
Und die "Aussage" ist meiner Meinung nach, dass es mehr gibt als man rational fassen kann und dieses eben vor allem in Extremsituation zu tage tritt (denn auch die Ersthelfer sind in einer Extremsituation und nervlich doch ziemlich, sagen wir mal, angespannt...). Wenn man die Interpretation auf die Spitze treibe wollte könnte man auch sagen, dass es nicht immer klar ist, wer "verrückt" ist und wer "normal".
Ich denke man kann in den Film ne Menge reininterpretieren und das macht ihn zu nem guten Kunstwerk, man kann quasi mit ihm "reden" ohne dass er eine für alle gültige Antwort gibt. Jeder sieht ihn einfach etwas anders.
Was auch die Auslobung des Preises durch Mr. Sneak etwas schwierig macht, denn wirklich erklären kann man sowas nicht, man kann nur denkansätze liefern.
so das war's jetzt erstmal von meiner Seite aus dazu...
Tschö
Der Windschreiter
#4
Posted 21.Februar.2006 - 18:23
a) Ein Teil von Henry akzeptiert den Autounfall nicht und baut sich aus den Wahrnemungsfragmenten der letzten Sekunden einen Alternativ-Hintergrund dazu, dass er sterbend auf der Brooklyn Bridge liegt.
b) Geldgeber, Autoren, Schauspieler, etc. akzeptieren die Realität nicht und konsumieren alternative Rauschmittel.
#5
Posted 21.Februar.2006 - 19:26
#6
Posted 21.Februar.2006 - 19:40
Quote
Am Ende erinnert sich Sam auch an das, was Henry in seinem "Traum" erlebt hat, weshalb er Lila einläd was zu trinken.
Nunja, das seh ich anders. Aber wie du schon sagtest:
Windschreiter said:
:)
Yoo
#7
Posted 22.Februar.2006 - 22:17
Windschreiter said:
Ansonsten schließe ich mich der Meinung an, dass der Film die letzten Minuten aus Henrys Sicht erzählt, de facto also das, was er zusammendeliriert. Das erklärt die Zwillinge und Drillinge, da er für die Menschen in "seiner" Welt nicht genügend Gesichter am Unfallort um sich hat, um jedem ein unterschiedliches Aussehen zu verpassen.
Es erklärt übrigens auch Sams Hochwasserhosen. Da Sam bei Henry kniet, rutschen seine Hosenbeine nach oben. Aus Henrys Sicht sieht es also so aus, als ob er zu kurze Hosen trägt. Ergo erscheint Sam in Henrys "Traum" grundsätzlich mit Hochwasserhosen.
Und da die Zeitsprünge und Wiederholungen im Verlauf des Films zunehmen, wird dadurch meiner Meinung nach ausgedrückt, wie es mit Henry zu Ende geht, da er sich nicht mehr richtig auf sein Traumgebilde konzentrieren kann und immer wieder springt. So, wie wir einen Satz in einem Buch mehrmals lesen müssen, um ihn zu verstehen, wenn wir nicht aufmerksam genug sind.
Übrigens ist Sam des Rätsels Lösung vorbehalten, in dem er sagt (relativ am Ende des Films): "Wenn das ein Traum ist, befindet sich die ganze Welt darin." Henrys Welt.
notausgang
#8
Posted 22.Februar.2006 - 23:38
Ein reines Zufallsprodukt ist das bei dem Film garantiert nich.
#9
Posted 23.Februar.2006 - 00:55
Quote
Ein reines Zufallsprodukt ist das bei dem Film garantiert nich.
Meine Theorie dazu ist, dass das reflektiv bzw rückblickend für den Zuschauer gedacht ist:
a) Es gibt sicher einige, die wirklich erst am Schluß bei der "Auflösung" erkannt haben, was los ist und zu dem Zeitpunkt immernoch alles zum neuen Bild zusammensetzen oder vielleicht sogar verwirrt sind.
b) Es ergibt dann ein schönes Schlußbild, wenn der Zuschauer nochmal zurückdenkt bzw quasi-vorwärts, was aus den beiden werden könnte.
Yoo
#10
Posted 23.Februar.2006 - 18:02
Quote
Ein reines Zufallsprodukt ist das bei dem Film garantiert nich.
Und letzten Endes wissen wir als Zuschauer auch nicht definitiv, ob er tot ist. Wir sehen zwar, wie am Ende ein geschlossener orangener Sack in den Krankenwagen geladen wird, aber wer darin ist, wissen wir nicht.
notausgang
#11
Posted 23.Februar.2006 - 23:05
zu a.) joa
zu b.) dieses Schlussbild hätte ich dann aber eher hinter seine Einladung gestellt, wobei eigentlich ne winzige Stilfrage ist *gg*
@baumgarf
hmm... stimmt wissen wir nicht.
Für mich war das halt der Übergang von Henrys Traum in die Wirklichkeit, sozusagen eine letzte Verbindung, diesmal eben mit umgekehrter Wirkungsrichtung: der Traum beeinflusst die Wirklichkeit.
Womit wir wieder bei einer möglichen Aussage des Filmes wären: "Die Wirklichkeit hat Einfluss auf unsere Träume, doch umgekehrt verhält es sich genauso" wobei das wiederum eine sehr subjektive Aussage ist. *g*
#12
Posted 23.Februar.2006 - 23:22
notausgang
#13
Posted 24.Februar.2006 - 01:02
Soweit ich das sehe haben wir uns von Henry mit ein paar Tränen "verabschiedet", nur sein Traum lebt weiter in denen, die im zum Schluss geholfen haben.
#14
Posted 28.Februar.2006 - 12:19
als ich aus dem kino kam wollte ich mir die DVD kaufen damit ich den film noch einige hundert male anschauen kann um ihn vollständig zu verstehen...
jetzt werde ich mir die DVD kaufen weil ich genau weiss warum ich den film so göttlich gut fand und beim wiederholten anschauen auf all die kleinen details achten kann;)
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